Sonntag, 16. Januar 2011

Und jetzt?

"Und jetzt?" sage ich und schaue ihn erwartungsvoll an. Ich liebe diese Frage. Man kann mit ihr so schön die ganze Verantwortung von sich weg schieben und dem anderen die Entscheidung überlassen, wie es weiter gehen soll. Ob dies ein Vorteil ist, sei mal dahin gestellt. Zumindest muss ich mir so nicht die Blöße geben, auf ihn zu zu gehen und die Gefahr auf mich nehmen, eine Abfuhr zu bekommen. Ich schaue ihn also an und bin gespannt auf seine Antwort. Schließlich ist die Situation mehr als verfahren. Aus meiner Sicht! Er sieht mich traurig an mit seinen großen, dunklen, wunderschönen Augen, zuckt müde mit den Schultern und sagt leise: "Es ist doch alles gut! Ich brauchte nur ein paar Tage Ruhe." Er dreht sich um und geht. Und in diesem Augenblick wird mir bewusst, dass ich es bin, die ein Problem hat. Nicht er! Und dass er mich liebt und mir dies die ganze Zeit gezeigt hat...auf seine Art! Und dass ich Verantwortung nicht abschieben kann, weil das Leben nur ein Spiegel meiner Selbst ist und mir immer wieder die gleichen Situationen auftischen wird. So lange, bis ich endlich verstanden habe, was ich daraus lernen soll!

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