Samstag, 24. September 2011

Der schwarze Rabe

Ein schwarzer Rabe setzt sich auf meine Schulter, flüstert mir ins Ohr, dass ich aufpassen muss. Die Rabenschar sei hinter mir her, auf der Suche nach unbedarften Seelen, sie zu fangen und in dunkle Kerker zu sperren. Ihre Herzen zu zerfetzen, auf dass sie für immer gefangen seien in einer rabenschwarzen Welt. Und ich höre ein lautes Tosen hinter meinem Rücken, drehe mich um und schaue in 1000 leere Augen. Struppige Viecher mit schwarzem Gefieder, die gierig sind nach meinem Sanftmut. Ihn für immer zu zerstören und mir meinen Glanz zu nehmen. Das Gute zu besiegen.

Und ich falle, falle, falle... in eine bodenlose Schwärze... nicht von dieser Welt!

Da kommt eine weiße Taube mir entgegen, wird größer und größer. Breitet ihre Flügel aus und fängt mich auf. Befreit mich aus dem dunklen Loch. Nimmt mich mit in ihre Welt, in der es keine Schwärze gibt.

Und ich reise, reise reise... von dieser Welt in jene Welt, von jener Welt in diese Welt... kreuz und quer und quer und kreuz. Bringe 1000 Bilder mit. Bin mit ihnen angefüllt bis an den Rand.

Und manchmal wünschte ich, ich wäre nicht des Reisens fähig. Ich würde nicht die Raben sehen und auch die Taube bliebe unsichtbar. Dann könnte ich ganz einfach leben. Das fände ich ganz wunderbar...
Manchmal!

1 Kommentare:

  1. Verfolgen können schwarze Raben Dich nur dann,
    wenn Du versuchst, davor zu flieh'n.
    Doch bleibst Du mutig steh'n und siehst sie an,
    dann werden sie bald Leine zieh'n.

    AntwortenLöschen

Leser